Kontemplation und andere Übungen zur gesteigerten Achtsamkeit

Kontemplation und andere Übungen zur gesteigerten Achtsamkeit

Kontemplation ist der Zustand der innerlichen Versunkenheit ohne jeglicher Absicht, das „So-Sein“ im Hier und Jetzt. Viele Menschen fragen sich: Wie erreiche ich diesen Zustand? Die Krux daran ist, es gibt nichts zu erreichen. Die Qualität ist jederzeit zugänglich und dies nur auf die ureigene persönliche Weise. Manche erleben den Zustand beim Sonnenbaden oder Beobachten des Sonnenaufgangs oder Sonnenuntergangs, beim Genuss eines Kaffees oder Tees. Andere befinden sich in der Natur oder bei Tieren in einer kontemplativen Haltung. Vielen verhilft die Bewegung (gehen, laufen, Rad fahren, wandern, schwimmen usw.) „abzuschalten“, um im Hier und Jetzt anzukommen. Ein wesentliches Anzeichen dafür ist, die Qualität (und nicht die Quantität) der Zeit wahrzunehmen. Einige finden den Zugang über Yoga, Qigong, Tai-Chi oder über das persönliche Gebet bzw. die Meditation. Auch Musik bietet die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen.

Ohne Gedanken an die Vergangenheit (welche teils verbunden mit Belastungen ist) und Sorge um die Zukunft ist es uns möglich den gegenwärtigen Augenblick achtsam zu erleben. Achtsamkeit hilft uns die eigene Balance zu halten und Erlebnisse ganzheitlich wahrzunehmen. Unachtsamkeit wiederum lässt zu, dass wir in manchen Situationen getriggert werden und aus unserer Mitte fallen. Die Frage darf sich deshalb jeder stellen: Ist es eine Person oder unsere Unachtsamkeit, die den Trigger ermöglicht? Im Zustand innerer Ruhe und Gelassenheit begegnen wir Veränderungen neutral und es wird uns ermöglicht, das Prinzip von Ursache und Wirkung zu erkennen. Alles geschieht zu unserer Entwicklung. Achtsamkeit ermöglicht uns, den Sinn dahinter erahnen und erkennen zu können. Ich empfehle jedem, seinen individuellen Weg zur persönlichen Mitte, nicht nur zu kennen, sondern auch täglich auszuüben! Sind wir in unserer Mitte (oder kennen zumindest den Weg zu unserer Mitte), so durchschauen wir leichter Manipulationen und sind bereit für das Wesentliche, welches das Leben für uns bereithält. Dies ist die Voraussetzung, um in chaotischen Phasen besonnen zu agieren, im Wissen dessen, dass die Natur für ein Gleichgewicht (z.B. Tag und Nacht, Ebbe und Flut; Kommen und Gehen, Geben und Nehmen) sorgt.

Helmut Wurdinger zum Augustneumond 2025

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert