Ja zu Emotionen -solange wir in Beziehung bleiben!

Ja zu Emotionen -solange wir in Beziehung bleiben!

Gefühle und Emotionen sind wichtig, sie sind der authentische Barometer unseres Selbst, wenngleich sie nicht unserem Wesenskern entsprechen. Ich unterscheide Gefühle als Eindruck und Emotionen als Ausdruck. Beides ist unerlässlich für den lebendigen Menschen und beide wirken im persönlichen Umfeld und der Umwelt. Ohne Gefühle und Emotionen wäre unser Alltag fahl und unser Leben verkäme in eine gewisse Funktionalität. Funktionalität wiederum lässt uns scheinbar ersetzbar machen. Tatsächlich ist es auch so, eine Funktion (z.B. Arbeitsstelle) ist ersetzbar, der Mensch dahinter jedoch nicht! Er ist und bleibt einzigartig. Sein zum Ausdruck gebrachter Geist ist nicht zu duplizieren. Die Begeisterung, welche er in seinem Wirken mitbringt, ist ihm eigen. Im Regelfall erkennt auch das Gegenüber, ob das Wirken eines Menschen mit Freude oder Frust erfolgt. Verdichtet sich der Rahmen unseres Handelns, so agieren Menschen unterschiedlich. Manche bleiben gelassen, andere wiederum wollen dem Rahmen trotzen und entwickeln Widerstandskräfte, die sich schnell in Wut äußern können. Genau an dieser Stelle ist das rechte Maß der verkörperten Wut von Bedeutung. Ist die wütende Person noch beziehungsfähig? Wenn ja, bedeutet das, diese Person kann die Empfindungen des Gegenübers noch wahrnehmen und die zum Ausdruck gebrachte Wut steuern. Kann dies die wütende Person nicht, so heißt es: Diese Person ist blind vor Wut! Sie zerschlägt das Porzellan, welches nachher nicht oder nur mehr schwer zu kitten ist. Wut ist nur die offensichtlichste Emotion, bei der das rechte Maß ausschlaggebend für Beziehungen ist. Das Maß ist auch bei allen anderen Emotionen für gelingende Beziehungen entscheidend. Zuviel Trauer und Niedergeschlagenheit ist ebenso belastend, wie zu viel Kummer und Sorge usw. Auch das Übermaß an vermeintlich positiven Emotionen kann Mitmenschen nerven. Herzhaftes Lachen steckt an, wenn Lachen jedoch zum Muster eines Menschen wird, lehnen dieses Lachen – bei Übertreibung – manche Menschen ab. Daher ist gelebte Leidenschaft bis zu einem gewissen Maß in Ordnung. Wird dieses Maß jedoch überschritten, fühlen sich Mitmenschen dadurch gestört und ggf. auch verletzt – hier führt Leidenschaft zum Leid. Deshalb ist unsere Achtsamkeit gefordert, um in gesunder Beziehung bleiben zu können. Gelassenheit ist ein Anker, der uns mit unseren Gefühlen und Emotionen, und jenen unserer Mitmenschen in Balance bringen lässt.

Helmut Wurdinger zum Septemberneumond 2025

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