„Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! –
Ach, ich merk’ es! Wehe! wehe!
Hab’ ich doch das Wort vergessen!
Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
Stürzen auf mich ein.“
der Zauberlehrling – Johann Wolfgang von Goethe
In einigen Blogs habe ich bereits darauf hingewiesen, wie stark sich unsere Gedanken auf unser Leben und zum Teil auch auf unser Schicksal auswirken. Dies gilt sowohl für den einzelnen Menschen als auch für das Kollektiv. Natürlich beeinflussen Nachrichten oder sonstige Informationen uns Menschen, je nachdem wie weit wir es zulassen. Unabhängig, ob es sich um Informationen von Außen oder Gedanken von Innen handelt, der Mensch trägt alleine die Verantwortung über seine Gedanken und deren Hygiene. Persönlich warne ich immer vor NLP-Praktiken. Wieso? Es wird uns vermeintlich verkauft, wir brauchen nur „positiv“ denken und dies mit Bildern inklusive zugehöriger „angenehmer“ Gefühle verknüpfen. Ein kraftvoller Akt, welcher tatsächlich in unser Leben wirken kann! Aber haben wir dabei (ähnlich dem Zauberlehrling) auf etwas vergessen? Entspringen die Gedanken und Gefühle tatsächlich unserem Selbst? Bei der Beantwortung dieser Frage beginnt die Gedankenhygiene. Es gibt keinen anderen Weg, als diese Hygiene mit Achtsamkeit durch unsere Herzensprüfung wahrzunehmen. Anderenfalls könnten wir aufgrund unserer (uns nicht zugehörigen) Gedanken im Leben in Konflikte verstrickt werden, die uns vor teils unlösbare Probleme stellen. „Wärst du doch der alte Besen!“ – Es hilft nur den manipulativen Gedankenkräften auf die Spur zu kommen! Dann können wir diese wieder loslassen, gehören sie doch nicht zu uns. Wir leben in einer Welt der Verführungen (Werbung usw.). Deshalb ist man bei Unachtsamkeit schnell von fremden Einflüssen gefangen. Da die Umwelt jedoch immer auf uns einwirkt, liegt es an uns, Manipulatives zu erkennen bzw. zu entlarven. Nur so gelingt eine konstruktive Entwicklung des Selbst und auch der Umwelt. Werte bilden sich nicht nur durch unsere Einstellung bzw. Haltung, sondern auch durch unsere Erfahrungen und Erlebnisse. Je nachdem wie bewusst wir unserer Gedankenhygiene nachkommen, erkennen wir auch, ob es sich bei Werten um „unsere Werte“ handelt oder wir durch Manipulation Werte (fremder Kräfte) übernommen haben. Das mag abstrus klingen, Werte entstehen aber durch unsere Haltung, welche wiederum durch unsere Gedanken gepflegt wird. Wollen wir als „Hexenmeister“ agieren, bleibt uns nichts anderes übrig, als in unser Herz zu gehen und dort unsere Gedanken und Gefühle zu reinigen. Es ist ein Akt des Mutes, vor allem aber auch der Aufrichtigkeit. Bestenfalls bringen wir das Mitgefühl auf, uns selbst für so manche Unachtsamkeiten und dem Beharren fremder Einflüsse zu vergeben.
Helmut Wurdinger
zum Novembervollmond 2025
