Flexibilität ist eine Haltung

Flexibilität ist eine Haltung

Mit Veränderungen umgehen zu können, fällt manchen leichter, anderen wiederum schwerer. Es bedarf eines klaren Verstandes, veränderte Tatsachen als solche akzeptieren und letztendlich annehmen zu können. Wenn man stark an Bestehendem und Gewohntem festhält, kann man die Tragweite eintretender Veränderungen kaum erkennen. Deshalb lohnt es sich, über notwendige Flexibilität zu verfügen oder sich diese anzueignen, damit ein rasches Agieren in vollkommen neuen Situationen möglich wird. Das bedeutet jedoch nicht, all seine Werte über Bord zu werfen. Neue Situationen verlangen neue Strategien, um persönlich Wertvolles oder Wichtiges wieder ins Leben integrieren zu können. Vorerst braucht es aber Grundfähigkeiten, um mit Neuem umgehen zu können, beispielsweise Konsequenzen abzuschätzen und sich in neuen Rahmenbedingungen so zu positionieren, dass es für einen selbst auch noch passt. Man benötigt Weitblick und ein gewisses Gespür für weitere Entwicklungen. Das heißt nicht, dass man ad hoc richtig entscheiden und handeln muss. Falls die neue Situation es zulässt, ist es gut ein paar Nächte darüber zu schlafen und dann mit vollem Fokus in die Gestalter-Rolle zu finden. Denn wie auch immer die Umstände sind, wir haben die Wahl, ob wir alles über uns ergehen lassen oder aktiv an einer Neuausrichtung beteiligt sind. Auf alte Annehmlichkeiten zu beharren, erweist sich im Regelfall jedoch als kontraproduktiv. Das Wesentliche zu erkennen und für dieses einzustehen, verlangt die Kompetenz neue Situationen zu durchschauen und sich nicht in ständigen Kurswechseln zu verlieren. Wir befinden uns definitiv in einer Zeitenwende. Die Herausforderungen der neuen Zeit, beispielsweise künstliche Intelligenz, digitale ID und sonstige technische Entwicklungen machen vieles berechenbarer und beinhalten einerseits das Potential und andererseits die Gefahr der totalen digitalen Kontrolle. Viele der technischen Entwicklungen werden nicht zu vermeiden sein. Der Umgang damit liegt aber an uns. Wir entscheiden darüber wieviel Raum wir diesen Entwicklungen geben und wieviel wir ins wahre Menschsein investieren (z.B. echte soziale Kontakte pflegen, sich mit der Natur verbinden usw.). Eines sollte uns jedenfalls klar sein: Ausschließlich der Technik zu frönen, lässt uns in die Funktionalität verkommen. Für diese ist der Mensch jedoch nicht „gemacht“. Es bedarf der Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, in der eigenen Kraft zu bleiben. Flexibilität ist ein Schlüssel, um die Herausforderung der neuen Zeit zu erkennen und sich dabei aber nicht zu verlieren und so ganz Mensch bleiben zu können.

Helmut Wurdinger

zum Dezemberneumond und Wintersonnwende 2025

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