Handeln nach bestem Wissen und Gewissen

Handeln nach bestem Wissen und Gewissen

Unsere Denkweise ist die Grundlage für unseren Charakter. Idealerweise gehen dabei Herz und Hirn konform, das heißt Entscheidungen sind im Herzen begründet und von der Ratio nachvollziehbar. Dies ist die Voraussetzung, dass man frei aus dem Herzen handeln kann.
Destruktive Gedanken können wiederum wie Gift den Zugang zum Herzen verschleiern, oder anders formuliert dieses „fei aus dem Herzen handeln“ blockieren. Laut Immanuel Kant verfügt der Mensch mit seinem Gewissen über einen inneren Gerichtshof. Für ihn ist dieser Gerichtshof das Bewusstsein, dass jeden Menschen beobachtet, bedroht und Respekt abverlangt. Diese moralische Instanz ist dem Wesen des Menschen einverleibt. Ist diese Kraft stark verinnerlicht, können dem Bewusstsein des Menschen widersprechende Handlungen nicht gesetzt werden. Der Mensch spürt sofort, gewisse Handlungen können nicht vorgenommen werden, sie widersprechen seiner inneren Instanz. Handelt er dennoch gegen diese Instanz, plagt ihn oft das schlechte Gewissen. Diese Kraft weiß darum, dass wir letztendlich alle unsere Handlungen zu verantworten haben. Deshalb geht es sich meiner Meinung nach nicht aus, gegen diese Instanz zu agieren. Auch dann nicht, wenn im Außen Druck ausgeübt wird, sich anders zu verhalten. Das hat auch seinen Preis. Diese Instanz ist, wie bereits erwähnt, der „innere Gerichtshof“ und dieser richtet gemäß dem Bewusstsein des jeweiligen Menschen. Das bedeutet, je höher ein Mensch im Bewusstsein entwickelt ist, desto mehr Verantwortung wird von ihm abverlangt! Oder bildlich ausgedrückt: Der Fall jener, im Bewusstsein höher entwickelten Menschen, geht bei Widerhandlungen tiefer. Laut Kant wirkt diese Instanz bedrohlich. Fälschlicherweise setzen manche Menschen aufgrund dieser Bedrohung keine Handlungen oder verhalten sich passiv. Der innere Gerichtshof weiß aber auch, dass verabsäumte Handlungen zu verantworten sind! Im besten Fall vertraut man auf seine eigenen Handlungen und führt diese aus reinem Herzen mit bestem Wissen und Gewissen aus. Man denkt auch nicht zu sehr darüber nach und kann sich dem Fluss des Lebens anvertrauen. Das Wu-Wei (eine Lebenskunst des Taos) erinnert uns, auf ein gegen den natürlichen Verlauf gerichtetes Handeln zu verzichten! Im „Gottvertrauen“ gelingt vieles mühelos und mit einem reinen Gewissen nehmen wir die Haltung ein, dass alles zu unserer Entwicklung bereitgestellt wird.

Helmut Wurdinger zum Mai-Neumond 2025

„Mögen unsere Handlungen immer aus freiem Herzen folgen!“

Ein Kommentar

  1. Silke

    Lieber Helmut, ich habe noch nie meine innere Instanz, meine Intuition und mein Handeln daraus (sowohl aktiv, als auch passiv) so gut beschrieben bewusst wahrgenommen. Auch reflektierend fallen mir Beispiele des eigenen Tuns dazu ein.
    Danke für diese Achtsamkeitserinnerung.
    Danke, dass Du uns so an Deinem Wissen und Sein teilhaben lässt. LG Silke

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