Technologie und Menschlichkeit

Technologie und Menschlichkeit

Die Grundthese für meine folgenden geteilten Gedanken ist: „Der Mensch ist ein Geistwesen, welches in einem Körper wohnt“. Deshalb kann er sich über seine innere Haltung in seiner Freiheit entwickeln.
Die moderne digitale Welt zielt auf ein technologisiertes Wissen, welches dem Menschen vermeintlich überlegen ist. Nahm man sich früher noch Zeit, Dinge zu erkunden und zu hinterfragen, so greift man heute bequem zu seinem Smartphone > irgendeine Suchmaschine oder ein KI-Chat schenkt dir prompt eine Antwort. Dieses Verhalten wird zwangsläufig zum Selbstläufer der künstlichen Intelligenz. Die Forderung zum Ausbau zugehöriger Rechenzentren wird lauter, Auswirkungen auf die Umwelt (Wasser-/Energiebedarf) möchte man dabei verschweigen! Wenn bei Wasserknappheit für Privathaushalte das Einlassen des Pools oder der Verzicht aufs Autowaschen diskutiert wird, entsteht hier eine extreme Schieflage – betrachtet man nüchtern den Energiebedarf eines Rechenzentrums. Im aktuellen (u.a. demografisch) gesellschaftlichen Umbruch wird verstärkt auf technische Unterstützung (Ersatz der Arbeitskräfte durch KI und Automatisierung) gesetzt. Es stellt sich jedoch die Frage, inwieweit solche Technologien dem Menschen dienen? Bequemlichkeit bremst die geistige Entwicklung des Menschen, deshalb ist ein sorgsamer Umgang mit den uns begleitenden Technologien unerlässlich. Wird ausschließlich auf Technologie gesetzt, ist die Gefahr von Vereinheitlichung und Kontrolle immer gegeben. Technologie wird programmiert und da sind Ausnahmen, Ausreißer oder Querdenker unerwünscht! Bei Ausnahmen müsste man sich den Kopf zerbrechen, wie diese mit dem technologischen Konzept unter einen Hut zu bringen sind. Das bestehende System leidet jedoch bereits unter Belastungsgrenzen der arbeitenden Bevölkerung. Deshalb sind sämtliche nicht der Norm entsprechenden Vorgänge bestmöglich zu blockieren oder abzuweisen. Dies hat zur Folge, dass wir mit dem technologischen Fortschritt mithalten sollen (z.B.: ca. 5 Jahre alte Geräte müssen manchmal zwangsläufig ersetzt und ausgeschieden werden, da sie nicht mehr unterstützt werden und funktionieren!). Dies hinterlässt für mich den Geschmack der Abhängigkeit von Technologie und deren Entwicklung. Das steht im kompletten Widerspruch zur geistigen Entwicklung des Menschen, welcher sich bewusst für Freiheit entscheiden kann – eine Freiheit, welche nicht nur dem Menschen selbst, sondern auch seiner Umwelt dient. In Abhängigkeit besteht immer die Gefahr einer gewissen Funktionalität. Das Leben zeigt uns jedoch sehr schnell, dass ein Mensch auf Dauer nicht funktioniert, sondern seine Individualität ein Grundpfeiler psychischer und physischer Gesundheit ist. Der Gang in die Natur ist dabei oftmals heilsam, dies wird in Zukunft aber nicht ausreichen. Erforderlich ist, ein bewusster Umgang mit der zeitgenössischen Technologie und die Wahrung eines „technologiefreien“ inneren Raumes des Menschen.

Helmut Wurdinger

zum Krebsneumond 2026

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