Mitte des Sommers ist für viele die Zeit, das Leben zu genießen. Im Urlaub wird einem auch schneller bewusst, wie wenig man braucht, um Glück zu erfahren. Das Beobachten des Sonnenauf- und unterganges, der Sterne und der Natur lässt uns zur Ruhe kommen. Die Natur zeigt sich im Überfluss, es gibt saisonales Obst und Gemüse. Genau in diesen Momenten fühlen wir uns beschenkt, wir finden leichter ins Hier und Jetzt, unsere Gedanken an Vergangenheit und Zukunft sind vergessen. Geht ein Urlaub zu Ende, kommt bei manchen das Gefühl der Wehmut auf, im Wissen dessen, dass der Arbeitsalltag ruft. Dieses Gefühl verstärkt sich Ende des Sommers, wenn die Tage wieder wesentlich kürzer werden.
Der Alltag und seine damit verbundenen Pflichten rufen. Schnell kommen wir dabei ins Funktionieren und Tun-Müssen. Häufig finden wir uns in einem Hamsterrad, wo wir von einer Tätigkeit zur anderen wechseln. Die Erfahrungen aus dem Urlaub, wie wenig man zum Glücklichsein braucht, sind bereits vergessen. Dabei würde es gerade im Alltag Sinn machen, sich auf das zu reduzieren, was man wirklich braucht! Viele Tätigkeiten sind für Dinge, die man nicht wirklich benötigt! Raum und Zeit geben uns jene Qualität, welche wir bereit sind, dafür zu investieren. Das weist uns darauf hin, dass wir selbst ein Stück weit dafür Verantwortung tragen, wie wir unseren Alltag „bedienen“, uns heilende Räume und Auszeiten ermöglichen oder nicht.
Für Menschen, die berufsbedingt oder vom Umfeld her unter Stress stehen, ist es unter anderem nötig, Zeit für Bewegung und Sport zu finden, damit ihr angesammeltes Adrenalin ausgeschüttet werden kann. Viele können erst mit und nach der Bewegung richtig abschalten. In diesem Abschalten kann sich wieder die Glückseligkeit einstellen, welche unser „Sein“ bestärkt.
Auch andere, z.B. naturbedingte, familiäre oder gesellschaftliche, innen- und außenpolitische Geschehnisse können beeinflussen. Hier liegt es an uns, jene Grenzen zu ziehen, welche für uns nötig sind, damit wir uns nicht völlig im Außen verlieren. Investieren wir bewusst in heilsame Auszeiten – nicht nur im Urlaub!
Helmut Wurdinger
zum Julivollmond 2026
