Liebe verkraftet die Wahrheit!

Liebe verkraftet die Wahrheit!

In jedem Leben steckt Liebe, auch wenn sich negative Emotionen wie Hass oder Jähzorn offenbaren -hier hat sich die Liebe lediglich versteckt. Häufig erleben wir negative Emotionen, wenn wir mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert werden. Es ist verständlich, dass das Erkennen von Lug und Betrug oder das Vorenthalten wichtiger Infos uns maßlos enttäuscht und dabei auch Wut und Ärger hochkommen. Eventuell ärgern wir uns auch über uns selbst, weil wir zuvor vermeintlich naiv agiert hatten. Jedenfalls ist es richtig und wichtig, dass diesen unangenehmen Emotionen Platz gegeben wird. Es macht keinen Sinn, diese Gefühle zu unterdrücken. Ebenso wichtig ist aber, dass wir uns nicht von unseren Gefühlen beherrschen lassen. Wut und Ärger machen unsere Zukunft nicht besser. Wir alle haben den Zugang zur Selbstliebe (diese ist auch Voraussetzung für die Selbstvergebung) und Nächstenliebe (welche wiederum die Voraussetzung fürs Verzeihen und Vergeben ist). Verzeihen und Vergeben heißt aber nicht, dass Verfehlungen gutgeheißen werden. Es bedeutet auch nicht, dass man in Beziehungen so weiter macht wie bisher. In manchen Fällen sind getrennte Wege für beide Seiten ein heilsamer Neuanfang, da nicht zu lösende Verstrickungen immer wieder alte Muster bedienen. Die Liebe ist jedenfalls erforderlich, damit wir die unangenehmen Wahrheiten annehmen können. Nur wenn wir im Herzen den Frieden mit unserer Vergangenheit finden können, haben wir die Macht, Veränderungen neu und frei zu begegnen.
Hilfreich dabei ist das Bewusstsein, dass hinter allem die Liebe steckt, vor allem auch dann, wenn wir das überhaupt nicht erkennen können. Auch in schmerzvollen Prozessen sind wir in der Liebe eingebettet. Es ist ein Paradoxon, nur über die Liebe werden wir ganz. Dazu gehören aber unter anderem auch Strenge, Enttäuschungen, Schmerzen, Andersdenkende, Irrungen und Wirrungen, das Setzen und Lösen von Grenzen usw. Diese Liebe lässt sich eben nicht reduzieren auf Himmel, Wolke 7 und Sonnenschein. Solche Begrenzungen stammen nur aus begrenztem menschlichen Denken.

Helmut Wurdinger
zur August-Sonnenfinsternis 2026

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