Arbeit und Alltag neu denken?

Arbeit und Alltag neu denken?

Wir leben in einer Zeit, in welcher die Technologie uns vieles abnimmt. Die Möglichkeit alltägliche Arbeit durch Technologie zu ersetzen, nimmt permanent zu (z.B. automatische Bewässerung, Robotersauger, Fensterroboter, Rasenmäherroboter usw.). Wie nutzen wir nun die durch Automatisation gewonnene Zeit? Wie gestalten wir unseren Alltag bzw. wie gehen wir mit der Automatisation künftig unserer Arbeit nach? Kollektiv bringen diese Fragen politische Themenfelder mit sich: Veränderung der Arbeitszeiten, Kennzeichnung KI-unterstützter Inhalte usw.
Kürzlich hörte ich im Radio, dass der jungen (mit Handy aufwachsenden) Generation bewusst wird, dass zu viel Medienkonsum nicht gut tut und nun mit bewussten Auszeiten entgegengewirkt werden möchte. Bei selbstkritischer Reflexion wird einem bewusst, dass uns die Natur oder der Austausch mit dieser mehr Kraft gibt als das stundenlange „Rumhängen“ am Handy. Jeder ist für seine „Me-Time“ persönlich verantwortlich. Ob diese für Meditation, Sport oder Sonstiges verwendet wird ist eben eine individuelle Angelegenheit. Was aber nicht unterschätzt werden darf, ist das kreative und handwerkliche Schaffen! Es bereichert den Menschen und kann ebenso Kraft spenden. Vor über 20 Jahren las ich das Buch „Eisenhans – ein Buch über Männer“ (von Robert Bly). Bly appellierte, die erdende männliche Energie wiederzuentdecken, indem Dinge durch die eigenen Hände erschaffen werden (z.B. Basteln und Bauen…). Meines Erachtens tut dies auch Frauen gut, bei Männern ist der Notwendigkeitsgrad des „Handwerks“ aber wesentlich höher! Wenn man selbst Hand anlegt, etwas selbst kreiert und schafft, ist oft eine Zufriedenheit spürbar und man kann einen Sinn hinter dem Handwerk erkennen. Dinge, die persönlich geschafft worden sind, haben eine ganz andere Energie als eine gewöhnlich gekaufte Ware. Dies gilt im Großen wie im Kleinen. Ein Haus, in welchem man selbst viel handwerklich investiert hat, bringt eine persönliche Energie mit sich – ebenso das selbst gebackte Brot. Man schätzt den damit verbunden Prozess anders, weil das eigene Tun daran beteiligt ist. Deshalb ist ein Alltag durch das eigene Wirken und Tun eine Bereicherung.

Helmut Wurdinger

zum Septemberneumond 2026

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